Manual Kant

„Das Licht vibriert, das Atmen schmeckt nach Salz. Ein hoher Schrei verklumpt, bleibt stecken, würgt den Hals.“

Manual Kant können das, was viele deutsche Bands verzweifelt versuchen. Texten. Düster, nostalgisch, rotzig, ehrlich – die vier selbsternannten niederbayrischen Taugenichtse treffen den Ton. Eingerahmt von zentnerschwerem Stonerrock à la Queens Of The Stone Age und zackigen Indie-Gitarren singen sie vom Provinzhoodhustle, von Tötung auf Verlangen durch romantisch verzierte Massenvernichtungswaffen und blassen dünnen Mädchen mit Klappmessern und Picaldi-Jacken.

Die große Beobachtungsgabe der vier Landshuter bleibt auch Thees Uhlmann nicht verborgen: „Mein Nachbar schlägt seine Frau, ihre Kinder malen ‚Sextags‘ an die Stromkästen der Stadt – das ist der beste Rocklyrik-Satz der letzten 5-7 Jahre, weil der Satz in seiner Simplizität so vielschichtig ist. Broken Window Theory, zerrüttete Familienverhältnisse, Eltern-Kinder-Konflikt, Kleinkriminalität – in diesem Satz stecken so viele Facetten des Kleinstadtlebens drin, dass es einfach so wahnsinnig fett ist, dass irgendjemand auf diese Idee gekommen ist.“ Manual Kant eben – so angenehm erfrischend wie ein Schlag ins Gesicht.

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